Als wir Uptrip im September 2023 zuletzt ausführlicher im Blog betrachtet haben, war der Marktplatz in der App noch nicht mehr als ein Platzhalter. Die digitalen Lufthansa Sammelkarten konnten bereits auf die Polygon Blockchain übertragen und über ein eigenes Wallet auch außerhalb von Uptrip gehandelt werden. Wie sich das Sammeln innerhalb der App entwickeln würde und welche Rolle der angekündigte Marktplatz dabei spielen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch offen.
Gut ein Jahr später ist Uptrip an genau dieser Stelle einen deutlichen Schritt weiter. Der Marktplatz ist inzwischen Teil des Produkts, neue Kollektionen bringen konkrete Reisevorteile und mit Aktionen wie dem Oktoberfest zeigt sich, dass die digitalen Karten auch über das reine Sammeln hinaus genutzt werden können. Spannend ist dabei inzwischen weniger die Frage, ob es sich technisch um NFTs handelt, sondern was Uptrip aus dem ursprünglichen Ansatz als Produkt macht.
Der Marktplatz ist da
Was 2023 lediglich angekündigt war, gehört inzwischen zur App. Nutzer können ihre Karten über den Uptrip Marktplatz untereinander tauschen und so gezielter an Karten kommen, die ihnen für eine bestimmte Kollektion noch fehlen.
Wie sich dieser Marktplatz auch für andere Dinge nutzen lässt, hat Uptrip im September mit einer Aktion rund um das Oktoberfest gezeigt. Zehn limitierte Oktoberfest Karten wurden über Tauschangebote auf dem Marktplatz verteilt. Wer eine dieser Karten ergattern konnte und sie zum Stichtag noch besaß, bekam einen Platz am Uptrip Tisch in der Käfer Wiesn Schänke in München.
Interessant war dabei vor allem, dass die Karten nicht einfach nur als digitales Ticket ausgegeben wurden. Sie blieben Bestandteil des Sammel und Tauschsystems. Wer selbst nicht teilnehmen konnte, konnte seine Karte über den Marktplatz wieder mit einem anderen Nutzer tauschen. Aus einer digitalen Sammelkarte wurde damit gleichzeitig der Zugang zu einem realen Erlebnis.
Sammeln für Reisevorteile
Auch bei den regulären Kollektionen wird inzwischen klarer, welchen Weg Uptrip einschlägt. Im August kamen mehrere neue Sammlungen hinzu, deren Belohnungen unmittelbar mit dem Reisen verbunden waren.
Für eine Kollektion mit Karten aus New York, London, Paris und Mailand sowie Flugzeugkarten von Lufthansa, SWISS und Austrian gab es beispielsweise 40 Miles & More Points und 40 Qualifying Points. Andere Kollektionen führten zu einem Gutschein für die Austrian Business Lounge am Flughafen Wien oder zu einem Gutschein über 20 Schweizer Franken für eine Buchung bei SWISS.
Damit wird das Prinzip hinter Uptrip wesentlich greifbarer. Wer ohnehin fliegt, sammelt aus diesen Reisen Karten, kombiniert sie zu Kollektionen und kann daraus zusätzliche Vorteile bekommen. Wie attraktiv eine bestimmte Sammlung ist, hängt natürlich davon ab, wie oft und auf welchen Strecken jemand unterwegs ist. Aber der Nutzen liegt damit nicht mehr allein im Besitz einer digitalen Karte.
Wenn nur noch eine Karte fehlt
Ende Oktober hat Uptrip mit der Joker Karte noch eine weitere Funktion ergänzt. Sie kann innerhalb einer Kollektion eine fehlende Originalkarte ersetzen. Pro Kollektion lässt sich ein solcher Joker einsetzen.
Das ist eine vergleichsweise kleine Änderung, passt aber gut zum bisherigen Ausbau des Produkts. Wer sammelt, kennt das Problem: Fast alles ist vollständig, nur eine bestimmte Karte fehlt immer wieder. Genau an dieser Stelle bietet der Joker eine zusätzliche Möglichkeit, eine Sammlung trotzdem abzuschließen und den dazugehörigen Reward freizuschalten.
Parallel erweitert Uptrip auch die Auswahl der Belohnungen. Neu angekündigt wurden unter anderem eine eSIM mit einem Gigabyte Datenvolumen, ein Visa Service sowie ein Lufthansa Gutschein. Damit bewegt sich das Angebot weiter weg von einer reinen Sammlung digitaler Motive und näher an einem Loyalty Produkt rund um das Reisen.
Die Technik rückt in den Hintergrund
Beim Start von Uptrip war die Blockchain noch einer der auffälligsten Bestandteile des Konzepts. Die Karten waren NFTs auf Polygon, Wallets konnten verbunden und die Assets auch außerhalb der App übertragen werden. Das war 2023 ein naheliegender Teil der Geschichte.
Ein Jahr später spielt genau dieser Aspekt in der Nutzung eine deutlich kleinere Rolle. Man muss weder wissen, auf welcher Blockchain die Karten liegen, noch sich besonders intensiv mit Wallets beschäftigen, um Uptrip zu verwenden. Im Vordergrund stehen inzwischen Flüge, Karten, Kollektionen, Tauschmöglichkeiten und die dazugehörigen Rewards.
Das macht Uptrip für uns heute interessanter als zum Start. Nicht weil NFTs verschwunden wären, sondern weil sie nicht mehr die ganze Geschichte erzählen müssen. Aus dem ursprünglichen Blockchain Experiment wird Schritt für Schritt ein Produkt, das versucht, digitales Sammeln mit einem bestehenden Loyalty System und konkreten Reisevorteilen zu verbinden. Und genau deshalb lohnt sich nach einem Jahr ein neuer Blick.