3member.me | Erinnerungen von der Kokerei Hansa

Ich war in den vergangenen Tagen ziemlich häufig auf der Kokerei Hansa. Natürlich wegen der Digitalen Woche Dortmund, der dort stattfindenden Web3 Konferenz und all den anderen Veranstaltungen, die dort in dieser Woche zusammenkamen, aber auch, weil Christian Hoffmeister mit 3member.me die ganze Zeit vor Ort war. Ich habe ihn an mehreren Tagen am Stand unterstützt, mit Leuten gesprochen, Fotos gemacht und vor allem beobachtet, wie die Besucher mit einer Anwendung umgehen, deren Wurzeln ziemlich eindeutig im Web3 liegen, die sich inzwischen aber gar nicht mehr groß danach anfühlt.

Das passte ziemlich gut zum FATT, dem Festival of Arts, Tech & Taste, das die Kokerei Hansa in dieser Woche zum zentralen Hub der Digitalen Woche Dortmund gemacht hat. Technologie, Kunst, Konferenzen, Musik und Gastronomie liefen dort nebeneinander und teilweise ineinander. Mittendrin stand 3member.me mit einer Anwendung, bei der es zunächst einmal um etwas sehr Einfaches ging: ein persönliches Andenken an das, was man gerade erlebt.

Vom Foto zur persönlichen Erinnerung

Am Stand konnte man ein Foto von sich aufnehmen lassen, das anschließend mit KI verändert wurde. Mal wurde daraus eine verpixelte Version, mal eine andere grafische Interpretation. Das Ergebnis konnte direkt vor Ort ausgedruckt und mit einer physischen NFC Karte verbunden werden. Hält man später das Smartphone daran, landet man wieder bei seiner digitalen Erinnerung. Während der Web3 Konferenz ging das Ganze noch einen Schritt weiter. Dafür entstanden limitierte Kleidungsstücke, die sich optisch an der früheren Arbeitskleidung der Kokerei orientierten und individuell gestaltet wurden. Über einen NFC Patch bekam jedes Stück zusätzlich eine digitale Identität. Aus einem Shirt oder Hoodie wird damit nicht nur Merchandise, sondern gleichzeitig eine Verbindung zu dem Erlebnis, bei dem es entstanden ist.

Was mir daran gefällt: Man muss niemandem erst zehn Minuten erklären, was technisch dahinter passiert. Man nimmt etwas in die Hand, hält sein Telefon daran und versteht ziemlich schnell, was der Nutzen ist. Blockchain, NFT, Wallet und all die Begriffe, über die wir in den vergangenen Jahren teilweise endlose Diskussionen geführt haben, können im Hintergrund weiterhin eine Rolle spielen. Sie müssen aber nicht mehr zwingend der Anfang der Geschichte sein.

Zum Abschluss noch einmal Sport

Heute kam dann noch einmal ein anderer Anwendungsfall dazu. Bei der Sport Tech Connect 2026 auf der Kokerei Hansa ging es um Sport, Technologie und Business und entsprechend hatte Chris die Experience an diesen Kontext angepasst. Nach der Aufnahme wurde das eigene Foto diesmal in einen Look verwandelt, der an eine Fußball Sammelkarte erinnert. Das Ergebnis konnte wieder direkt ausgegeben und mit der digitalen Version verbunden werden.

Im Kern ist die technische Basis dabei gar nicht so anders als an den Tagen zuvor, aber plötzlich verändert sich der Kontext komplett. Aus einer digitalen Erinnerung wird eine Fan Experience und genau das ist für mich inzwischen einer der interessanteren Punkte an 3member.me. Es geht nicht mehr darum, jemandem ein NFT zu zeigen, nur weil NFTs gerade spannend sind. Die gleiche Infrastruktur kann bei einem Festival, einer Konferenz, einem Sportevent oder beim Merchandise eingesetzt werden und bekommt je nach Veranstaltung eine völlig andere Bedeutung. Dass 3member.me inzwischen auch eine eigene PhotoBooth Anwendung für solche Einsätze entwickelt hat, passt dazu. Das Foto wird vor Ort aufgenommen, verarbeitet und anschließend vom Besucher übernommen. Die Technik dahinter wird immer umfangreicher, während die Nutzung für denjenigen, der vor dem iPad steht, eigentlich immer einfacher wird.

Angefangen hat das Ganze in Miami

Für mich persönlich beginnt die Geschichte aber ein paar Jahre früher. Christian habe ich Ende 2023 während der Art Basel in Miami kennengelernt. Wir waren beide bei einem Event von Rug Radio im RHAUS und kamen eher zufällig ins Gespräch, bis irgendwann auffiel, dass wir beide Deutsche sind. Zu der Zeit hatte er gerade sein Buch „Tokenized“ veröffentlicht und beschäftigte sich intensiv mit Tokenisierung, NFTs und blockchainbasierten Geschäftsmodellen.

Seitdem sind wir uns immer wieder begegnet. In Miami, Hamburg und Dortmund, auf Veranstaltungen, teilweise auf den gleichen Panels und meistens irgendwo rund um die Themen Web3, digitale Geschäftsmodelle und neue Technologien. Dadurch habe ich auch mitbekommen, wie sich aus den frühen Ideen rund um digitale Erinnerungen nach und nach das entwickelt hat, was heute 3member.me ist. Gerade dieser Weg ist rückblickend interessant, weil sich nicht nur das Produkt verändert hat, sondern auch die Art, wie darüber gesprochen wird.

Wenn die Technologie in den Hintergrund rückt

Am Anfang stand bei vielen Web3 Anwendungen sehr deutlich die Technologie im Vordergrund. Es ging um NFTs, Wallets, Blockchains und die Frage, auf welcher Chain ein Projekt läuft. Der eigentliche Nutzen kam in der Erklärung teilweise erst danach. 3member.me kam ebenfalls aus dieser Welt und die Idee, einzelne Momente als digitale Erinnerungen festzuhalten und daraus gemeinsame Artworks entstehen zu lassen, war zunächst sehr eng mit NFTs verbunden.

Heute ist das Bild deutlich breiter. Zu Blockchain sind KI, NFC, physische Produkte und unterschiedliche Eventformate gekommen. Gleichzeitig geht es stärker um Fan Engagement, personalisiertes Merchandise, gemeinsame Erlebnisse und darum, wie Marken oder Veranstalter ihre Besucher auch digital einbinden können.

Genau deshalb fand ich diese Woche auf der Kokerei Hansa so spannend. Ich konnte an mehreren Tagen danebenstehen und beobachten, was die Leute tatsächlich interessiert. Die wenigsten wollten wissen, welcher Smart Contract irgendwo im Hintergrund läuft. Viel wichtiger war, was aus ihrem Foto wird, wie die Karte funktioniert oder wie sie ihre Erinnerung später wieder aufrufen können.

Und genau an dem Punkt wird Web3 für mich eigentlich erst richtig interessant. Nicht dann, wenn man das Wort möglichst groß auf ein Produkt schreibt, sondern wenn die Technologie selbstverständlich ihren Teil erledigt, ohne dass jeder Nutzer vorher verstehen muss, wie sie funktioniert. Wir benutzen schließlich auch unzählige andere Technologien jeden Tag, ohne uns Gedanken über die Infrastruktur dahinter zu machen. Warum sollte das bei Blockchain anders sein?

Bei 3member.me steckt weiterhin Web3 unter der Haube, inzwischen zusammen mit KI, NFC und physischen Produkten. Für den Menschen, der auf einem Event davorsteht, kann die Geschichte trotzdem sehr viel einfacher sein: Ich war da und das ist meine Erinnerung daran. Nach den vergangenen Tagen auf der Kokerei Hansa ist für mich genau das die spannendste Entwicklung an dem Projekt. Nicht, dass Web3 verschwunden wäre, sondern dass es langsam aufhört, sich ständig selbst erklären zu müssen.


Digital Twin | Wenn ein physisches Kunstwerk eine digitale Identität bekommt

An der Wand hängt Zeche Zollern, ein 80 mal 60 Zentimeter großes Werk aus Leinwand, Acryl und Lack. Entstanden ist es 2019, geschaffen hat es N.K. Mip, im echten Leben Christoph Brée. Auf den ersten Blick ist es ein ganz normales physisches Kunstwerk. Was man ihm nicht ansieht: Zeche Zollern besitzt auch eine digitale Identität.

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NINES | Das Proof of Presence Programm von 9dcc

Als Gmoney den 9dcc Pop-Up Store in Soho zur der NFT.NYC ankündigte, dachten wir, dass dies nur eine Fortsetzung der Präsentation der ersten 9dcc Kollektion sein würde, wie wir sie während der NFT Paris gesehen hatten. Dort wurden die Stücke an Puppen auf der Messe präsentiert und wir haben bereits in unserem Podcast über die Vielfalt der Collection gesprochen. Nun konnten die verschiedenen Stücke - in vielen Fällen noch Muster - auch in einer Boutique-Umgebung anprobiert werden. Der Pop-Up Store in Soho wurde dafür entsprechend ausgestattet und lockte an zwei Tagen mit einer Aktion, bei denen die ersten 200 Besucher beim Scannen einer 9 einen Airdrop von 2.500 $DEGEN Token erhielten. Das reicht während der NFT.NYC allemal, so dass sich zur Eröffnung um jeweils 11 Uhr schnell eine Schlange vor Ort bildete. Nach dem scannen der 9 bekam man am Tag ein NINES NFT, wobei noch niemand die ganze Geschichte dahinter am ersten Tag kannte. Das änderte sich am zweiten Tag morgens, als Gmoney und 9dcc auf ihren Social Media Kanälen den Start von NINES ankündigten.

NINES ermöglicht ein konsistentes digitales Markenerlebnis

Was ist NINES? Kurz gesagt ersetzt NINES die beliebten POAPs, die viele auf der NFT Paris bereits vermisst haben. Durch die Entwicklung eines eigenen Proof of Presence Programms ist 9dcc nun in der Lage, ein konsistentes Markenerlebnis zu bieten und das Programm in Zukunft eigenständig weiterzuentwickeln. Achim hatte vor Ort die Möglichkeit mit Gmoney und seinem Team zu sprechen und NINES persönlich auszuprobieren.

Gmoney spricht mich Achim Hepp im 9dcc Pop-Up Store in Soho

Von Anfang an war das Thema Vernetzung durch die Verknüpfung digitaler Möglichkeiten über die NFC-Technologie ein zentrales Thema bei 9dcc und die am Markt verfügbaren Web3-Technologien wurden genutzt. Diese haben jedoch ihre Grenzen und man hat mögliche Weiterentwicklungen nicht selbst in der Hand, was für das Markenerlebnis wichtig ist.

"Wenn wir mit Marken interagieren, sollte dies ein durchgängiges Markenerlebnis sein, und deshalb haben wir NINES geschaffen." - Gmoney

Die Entwicklung von NINES zum Start der Collection 01 ermöglicht nun von Anfang an dieses Markenerlebnis, das dem Anspruch der Marke 9dcc gerecht wird. Natürlich steht das Produkt, also die Mode und die Kleidungsstücke, an erster Stelle, man will etwas schaffen, das die Leute tragen wollen, und ihnen dann ein digitales Erlebnis bieten, das Web2 nicht bieten kann.

NINES ausprobiert und angepasst

NINES kommt erst einmal , man kann seine NINES selbst personalisieren und der Claim-Prozess funktioniert ähnlich wie bei einem POAP. Man scannt den entsprechenden Tag des 9dcc Kleidungsstückes mit dem Smartphone und klickt dann auf COLLECTNINES und gibt seine Wallet Adresse an.

9dcc NINES Profil

Zur Personalisierung gelangt man über einen Link direkt unter dem Claim-Button. Bis zur Personalisierung gibt es einen Platzhalter, danach wird jedes hochgeladene Bild - auch animierte GIFs sind möglich - mit einem Rahmen versehen. In seinem Profil kann man seine Kontaktdaten und Social Media Links hinterlegen und sich so mit anderen Holdern vernetzen.

9dcc NINES Gamification

Gamification bleibt ein wesentlicher Bestandteil des 9dcc und so gibt es auch bei NINES mehrere Leaderboards. Zusätzlich können Badges gesammelt werden, wobei es hier unterschiedliche Voraussetzungen gibt. Beispielsweise bekommt man einen Badge, wenn man in den Top 25 ist oder wenn man vor Ort in New York im Pop-Up Store war.

Unser Fazit zu NINES

Auch wenn wir die POAPs lieben und selbst in vielen Kundenprojekten einsetzen, macht es für 9dcc im Sinne der Markenerfahrung durchaus Sinn, auf ein eigenes Protokoll zu setzen. Bisher gefällt es uns sehr gut, auch wenn es hier und da noch ein paar kleine Bugs gibt. So muss man derzeit noch einige Seiten neu laden, damit die Inhalte eines Profils geladen werden und es gibt auch noch keine native Möglichkeit am Desktop sein Profil zu bearbeiten oder andere Profile anzusehen. Aktuell gibt es noch die bereits bekannte 9dcc Oberfläche. Dies wird sich sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen ändern und alles zusammenwachsen. Wir sind auf jeden Fall gespannt, was bei NINES und 9dcc noch kommt und werden hier darüber berichten und in unserem Podcast darüber sprechen.