Digital Twin | Wenn ein physisches Kunstwerk eine digitale Identität bekommt

An der Wand hängt Zeche Zollern, ein 80 mal 60 Zentimeter großes Werk aus Leinwand, Acryl und Lack. Entstanden ist es 2019, geschaffen hat es N.K. Mip, im echten Leben Christoph Brée. Auf den ersten Blick ist es ein ganz normales physisches Kunstwerk. Was man ihm nicht ansieht: Zeche Zollern besitzt auch eine digitale Identität.

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Krypto Clubs | Real Bedford und der Bitcoin Weg in den Profifußball

Krypto Clubs | Real Bedford und der Bitcoin Weg in den Profifußball

Im ersten Teil unserer Reihe „Krypto Clubs“ ging es um WAGMI United und Crawley Town. Amerikanische Krypto Investoren übernahmen dort einen bestehenden Profifußballclub, verkauften NFTs und wollten mit einer internationalen Web3 Community „The Internet’s Team“ aufbauen. Drei Jahre später ist WAGMI als Mehrheitseigentümer wieder ausgestiegen.

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Krypto Clubs | WAGMI United und der Traum vom Internet's Team

Krypto Clubs | WAGMI United und der Traum vom Internet's Team

Als WAGMI United im Frühjahr 2022 den englischen Viertligisten Crawley Town übernahm, klang die Idee ziemlich genau nach dem Web3 Zeitgeist dieser Jahre: Ein klassischer Fußballclub sollte mit NFTs, Discord und einer weltweiten digitalen Community zu „The Internet’s Team“ werden. Das Interessante daran war, dass WAGMI nicht nur Krypto als Sponsoring auf ein Trikot drucken wollte. Die neuen Eigentümer wollten ausprobieren, ob sich ein Fußballclub mit den Mechanismen einer Web3 Community anders entwickeln lässt.

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Uptrip | Vom NFT zum Loyaltyprogramm

Als wir Uptrip im September 2023 zuletzt ausführlicher im Blog betrachtet haben, war der Marktplatz in der App noch nicht mehr als ein Platzhalter. Die digitalen Lufthansa Sammelkarten konnten bereits auf die Polygon Blockchain übertragen und über ein eigenes Wallet auch außerhalb von Uptrip gehandelt werden. Wie sich das Sammeln innerhalb der App entwickeln würde und welche Rolle der angekündigte Marktplatz dabei spielen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch offen.

Gut ein Jahr später ist Uptrip an genau dieser Stelle einen deutlichen Schritt weiter. Der Marktplatz ist inzwischen Teil des Produkts, neue Kollektionen bringen konkrete Reisevorteile und mit Aktionen wie dem Oktoberfest zeigt sich, dass die digitalen Karten auch über das reine Sammeln hinaus genutzt werden können. Spannend ist dabei inzwischen weniger die Frage, ob es sich technisch um NFTs handelt, sondern was Uptrip aus dem ursprünglichen Ansatz als Produkt macht.

Der Marktplatz ist da

Was 2023 lediglich angekündigt war, gehört inzwischen zur App. Nutzer können ihre Karten über den Uptrip Marktplatz untereinander tauschen und so gezielter an Karten kommen, die ihnen für eine bestimmte Kollektion noch fehlen.

Wie sich dieser Marktplatz auch für andere Dinge nutzen lässt, hat Uptrip im September mit einer Aktion rund um das Oktoberfest gezeigt. Zehn limitierte Oktoberfest Karten wurden über Tauschangebote auf dem Marktplatz verteilt. Wer eine dieser Karten ergattern konnte und sie zum Stichtag noch besaß, bekam einen Platz am Uptrip Tisch in der Käfer Wiesn Schänke in München.

Interessant war dabei vor allem, dass die Karten nicht einfach nur als digitales Ticket ausgegeben wurden. Sie blieben Bestandteil des Sammel und Tauschsystems. Wer selbst nicht teilnehmen konnte, konnte seine Karte über den Marktplatz wieder mit einem anderen Nutzer tauschen. Aus einer digitalen Sammelkarte wurde damit gleichzeitig der Zugang zu einem realen Erlebnis.

Sammeln für Reisevorteile

Auch bei den regulären Kollektionen wird inzwischen klarer, welchen Weg Uptrip einschlägt. Im August kamen mehrere neue Sammlungen hinzu, deren Belohnungen unmittelbar mit dem Reisen verbunden waren.

Für eine Kollektion mit Karten aus New York, London, Paris und Mailand sowie Flugzeugkarten von Lufthansa, SWISS und Austrian gab es beispielsweise 40 Miles & More Points und 40 Qualifying Points. Andere Kollektionen führten zu einem Gutschein für die Austrian Business Lounge am Flughafen Wien oder zu einem Gutschein über 20 Schweizer Franken für eine Buchung bei SWISS.

Damit wird das Prinzip hinter Uptrip wesentlich greifbarer. Wer ohnehin fliegt, sammelt aus diesen Reisen Karten, kombiniert sie zu Kollektionen und kann daraus zusätzliche Vorteile bekommen. Wie attraktiv eine bestimmte Sammlung ist, hängt natürlich davon ab, wie oft und auf welchen Strecken jemand unterwegs ist. Aber der Nutzen liegt damit nicht mehr allein im Besitz einer digitalen Karte.

Wenn nur noch eine Karte fehlt

Ende Oktober hat Uptrip mit der Joker Karte noch eine weitere Funktion ergänzt. Sie kann innerhalb einer Kollektion eine fehlende Originalkarte ersetzen. Pro Kollektion lässt sich ein solcher Joker einsetzen.

Das ist eine vergleichsweise kleine Änderung, passt aber gut zum bisherigen Ausbau des Produkts. Wer sammelt, kennt das Problem: Fast alles ist vollständig, nur eine bestimmte Karte fehlt immer wieder. Genau an dieser Stelle bietet der Joker eine zusätzliche Möglichkeit, eine Sammlung trotzdem abzuschließen und den dazugehörigen Reward freizuschalten.

Parallel erweitert Uptrip auch die Auswahl der Belohnungen. Neu angekündigt wurden unter anderem eine eSIM mit einem Gigabyte Datenvolumen, ein Visa Service sowie ein Lufthansa Gutschein. Damit bewegt sich das Angebot weiter weg von einer reinen Sammlung digitaler Motive und näher an einem Loyalty Produkt rund um das Reisen.

Die Technik rückt in den Hintergrund

Beim Start von Uptrip war die Blockchain noch einer der auffälligsten Bestandteile des Konzepts. Die Karten waren NFTs auf Polygon, Wallets konnten verbunden und die Assets auch außerhalb der App übertragen werden. Das war 2023 ein naheliegender Teil der Geschichte.

Ein Jahr später spielt genau dieser Aspekt in der Nutzung eine deutlich kleinere Rolle. Man muss weder wissen, auf welcher Blockchain die Karten liegen, noch sich besonders intensiv mit Wallets beschäftigen, um Uptrip zu verwenden. Im Vordergrund stehen inzwischen Flüge, Karten, Kollektionen, Tauschmöglichkeiten und die dazugehörigen Rewards.

Das macht Uptrip für uns heute interessanter als zum Start. Nicht weil NFTs verschwunden wären, sondern weil sie nicht mehr die ganze Geschichte erzählen müssen. Aus dem ursprünglichen Blockchain Experiment wird Schritt für Schritt ein Produkt, das versucht, digitales Sammeln mit einem bestehenden Loyalty System und konkreten Reisevorteilen zu verbinden. Und genau deshalb lohnt sich nach einem Jahr ein neuer Blick.


Web3 von A bis Z | Die Beitragsserie vom BVDW

Das Erleben von Inhalten wird im digitalen Zeitalter zunehmend immersiver und faszinierender, stellt viele Unternehmen aber auch vor ganz neue Herausforderungen. Genau aus diesem Grund hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) vor einiger Zeit die Fokusgruppe Immersive Experiences ins Leben gerufen. Dieser gliedert sich in verschiedene Labs und Achim ist dort seit einiger Zeit als Lableiter für das Lab Web3 aktiv und bringt sein Wissen ein.

Web3 von A bis Z

Neben seinem Auftritt als Moderator der Web3 Masterclass auf der letztjährigen Dmexco und der Mitarbeit an verschiedenen Präsenz- und Onlineformaten des BVDW hat Achim aktiv an einer sechsteiligen Artikelserie mitgeschrieben, die das Thema Web3 einmal von A bis Z darstellen soll. Die einzelnen Artikel sind auf der Website des BVDW abrufbar, hier die Links:

Achim Hepp auf der BVDW Convention in Berlin am 20.03.2024 [Foto: Svea Pietschmann]
Achim Hepp auf der BVDW Convention in Berlin am 20.03.2024 [Foto: Svea Pietschmann]

Web3 Readiness Report

Unter seinen Mitgliedern hat der BVDW kürzlich ebenfalls eine Bestandsaufnahme gemacht und geschaut, inwieweit die Unternehmen für das Web3 aufgestellt sind und gegebenenfalls auch schon entsprechende Projekte umgesetzt haben. Dieser Bericht ist ebenfalls auf der Webseite abrufbar und gibt interessante Einblicke. Er war auch Grundlage für das Panel "Dezentrale Daten - Wie das Web3 die Datennutzung neu denkt" auf der BVDW Convention, an dem Achim teilgenommen hat.

Lea Horn, Arvato Systems im Gespräch mit Achim Hepp auf der BVDW Convention in Berlin am 20.03.2024 [Foto: Svea Pietschmann]
Lea Horn, Arvato Systems im Gespräch mit Achim Hepp auf der BVDW Convention in Berlin am 20.03.2024 [Foto: Svea Pietschmann]

Onboarding für die digitale Zukunft

Für viele Unternehmen ist das Thema Web3 noch nicht greifbar und viele verstehen noch nicht einmal, was da draußen passiert. Jenseits von Kryptowährungen und bunten Affenbildern entwickelt sich eine Technologie, die über kurz oder lang fast alles und jeden auf die eine oder andere Weise tangieren wird. Und das zu verstehen ist enorm wichtig, das merken wir als HW/P auch deutlich, denn viele Anfragen, die wir bekommen, beziehen sich auf Vorträge und Workshops für den Einstieg ins Web3. Also überhaupt verstehen was ist das, wofür ist das gut und tangiert es die Unternehmen aktuell oder in der Zukunft. Von daher ist auch die Arbeit in einem Verband wichtig, wobei der Verband auch mitziehen muss und dem Thema die entsprechende Relevanz geben muss. Und genau das macht der BVDW und da ist der Input von Achim genau richtig und auch wichtig.